Evangelische Immanuel-Pfingstberg-Gemeinde

„Im Vertrauen auf das Leben“

Dekane weihen neues Kindergrabfeld auf dem Hauptfriedhof ein

Im Vertrauen auf das Leben – zur Erinnerung an Kinder, die zu klein oder zu krank waren, um mit uns zu leben“, so lautet die Inschrift des Steines auf dem neuen Grabfeld. Totgeborene Kinder unter 500 Gramm (Fehlgeburt und Schwangerschaftsabbruch) sind zwar  nicht bestattungspflichtig, aber im Grabfeld finden sie einen Ort der Beisetzung und des Gedenkens.

„Es ist wichtig“, sagt Klinikseelsorgerin Monika Blümmel, „ein sichtbar öffentliches Zeichen zu setzen, dass auch den Kleinsten der Kleinen, die nach Gesetzeslage noch gar keine Personen sind, eine Bestattung in Würde und Achtsamkeit zusteht.“

„Hier stellt sich die Frage nach dem Menschsein“, sagt Dekan Ralph Hartmann. „Gott ist das Gegenüber, das uns zum Menschsein ruft.“. Daher stehe dieser Ort für das Vertrauen in das Leben. Sein katholischer Kollege Karl Jung betonte: „Wir sind hier an einem Ort, dem wir uns aus unserem Glauben heraus ganz besonders verbunden wissen.“

Stele und Stein wurden nach einer mit der ökumenischen Krankenhausseelsorge entwickelten Konzeption durch die Bildhauerei Mayer aus Mannheim-Friedrichsfeld gearbeitet. Die 1,30 Meter hohe Stele aus Kalkstein strahlt Zartheit und Stabilität zugleich aus.

Ein schwerer Weg zu einem Trost spendenden Ort

Denselben Weg gehen wie die Betroffenen: Bei der Einweihung des neuen Kindergrabfeldes schritten die Beteiligten den Weg ab, den auch die Teilnehmenden der Gedenkfeiern gehen, die jedes Jahr im April und im Oktober stattfinden: Von der Trauerhalle aus zu dem „Ort, zu dem Eltern und ihre Familien kommen können, um zu trauern, zu erinnern, Trost zu finden und Kraft zu schöpfen für neue Schritte ins Leben“, wie Krankenhausseelsorgerin Blümmel betonte.

Die nächste Gedenkfeier für zu früh geborene und verstorbene Kinder findet am Samstag, 7. Oktober, um 10.30 Uhr statt. Sie hat den Titel „Lebendige Liebe über das Leben hinaus“ und beginnt in der Trauerhalle.


Dr. Blattmann (Geschäftsführung Uniklinikum UMM),
Klinikseelsorgerin Blümmel und die Dekane Jung und Hartmann
bei der Einweihung des Kindergrabfeldes. Foto: de Vos (dv/schu)